Flughafen Berlin-Tegel

Berlin-Tegel – vor über 50 Jahren landeten hier die „Rosinenbomber“, die das besetzte Berlin mit Lebensmitteln versorgten – ist heute der verkehrsreichste der drei Berliner Flughäfen mit 11,5 Millionen Passagieren im Jahr 2005.

Durchschnittlich alle 2-3 Minuten startet oder landet dort ein Flugzeug. Der rege Flugbetrieb hinterlässt allerdings seine Spuren auf den Start- und Landebahnen, die deshalb regelmäßig inspiziert werden. Nach dem Winter 2005/06 wurden sie nun wieder in Topform gebracht – unter anderem mit einer Wirtgen-Kaltfräse W 2000 mit „FCS light“ und einer speziellen „Microfeinfräswalze“.

109 Umsetzmanöver und trotzdem hohe Flächenleistungen: Das Team von Feind bearbeitete mit der produktiven W 2000 die knapp 5.000 Quadratmeter in nur einem Tag.

109 Umsetzmanöver und trotzdem hohe Flächenleistungen: Das Team von Feind bearbeitete mit der produktiven W 2000 die knapp 5.000 Quadratmeter in nur einem Tag.

Die für die Instandhaltung verantwortlichen Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers identifizierten auf der 3.023 m langen und 60 m breiten Start- und Landebahn Nord 109 Flächen zwischen 2,5 und 295 qm, in denen Risse und Blasen entstanden waren. Solche operativen Schäden werden kurzfristig beseitigt, um zu vermeiden, dass sie sich in der Fläche oder in tiefere Schichten des Belages fortpflanzen. Allerdings konnten die beschädigten Bereiche nicht in einem Arbeitsgang in voller Tiefe ausgefräst werden. Der Grund: Die Start- und Landebahn ist auf der gesamten Fläche mit einem Anti-Skid-Belag beschichtet. Dieser Belag beinhaltet Spezialbindemittel auf Basis eines Reaktionsharzes und muss deshalb nach dem Abfräsen getrennt als Sondermüll entsorgt werden. Um möglichst wenig Baustoff auf diese Art und Weise – und damit zu hohen Kosten – entsorgen zu müssen, wurde die Anti-Skid-Beschichtung der beschädigten Bereiche mit der Wirtgen-Fräse entfernt, bevor der darunter liegende „normale“ Asphalt in einer Tiefe von 5 cm abgefräst werden konnte.

Großfräse mit Microfeinfräswalze entfernt dünnen Anti-Skid-Belag

Die Microfeinfräswalze mit einer Arbeitsbreite von 2 m ist mit 1008 Meißeln bestückt. Der Linienabstand beträgt lediglich 4 mm, so dass diese Walze Flächen mit extrem geringer Rautiefe und feiner Oberflächentextur erzeugt.

Die Microfeinfräswalze mit einer Arbeitsbreite von 2 m ist mit 1008 Meißeln bestückt. Der Linienabstand beträgt lediglich 4 mm, so dass diese Walze Flächen mit extrem geringer Rautiefe und feiner Oberflächentextur erzeugt.

Für diese filigrane Arbeit kam eine 2-m-Kaltfräse zum Einsatz. Hat hier der Auftragnehmer, der Fräsdienst E. Feind aus Lübben, mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Nein, denn diese Großfräse war mit einer speziellen Fräswalze ausgerüstet: einer Microfeinfräswalze, die zum „Feinsten“ gehört, was es derzeit auf dem Markt gibt. Es handelt sich um eine Fräswalze mit einem Linienabstand von 4 mm, auf die zusätzlich im 180 Grad-Versatz eine zweite Meißelreihe mit gleichem Linienabstand aufgeschweißt ist. Insgesamt sind 1008 Meißel auf diesem technisch wie ästhetisch beeindruckenden Werkzeug montiert. Die enge Anordnung der Meißel bewirkt, dass die Rautiefe nur etwas mehr als 1 mm beträgt. Um den 2-3 mm dünnen Belag abzufräsen, genügte also eine Frästiefe von 4 mm, um mit Sicherheit den Anti-Skid-Belag komplett zu entfernen und gleichzeitig so wenig wie möglich des normalen Asphalts mit abzutragen.

Bei den Arbeiten benutzte der Fräsdienst E. Feind in dieser Walze die Standard-Meißel W 6 von Wirtgen. Sie zeichnen sich, wie alle anderen Wirtgen-Meißel, durch eine äußerst geringe Toleranz der Kopflänge aus und sorgen deshalb für eine besonders gleichmäßige Frästiefe.

Mehr Anwendungsmöglichkeiten mit Sonderfräswalzen

Die Microfeinfräswalze ist eine Sonderanfertigung aus dem Hause Wirtgen. Dort werden regelmäßig Walzen für spezielle Anwendungen im Kundenauftrag entwickelt, konstruiert und hergestellt. Auch die Walze mit den 1008 Meißeln entstand im Rahmen eines Kundenprojektes. Die Firma Feind verwendet die Microfeinfräswalze üblicherweise zum Egalisieren unebener Fahrbahnen, wenn die Griffigkeit erhöht werden soll, oder wenn die Fahrbahn unmittelbar nach den Fräsarbeiten befahren werden soll – also immer dann, wenn die Fläche nicht oder nicht sofort überbaut wird. Ausschlaggebend für den späteren Fahrkomfort ist bei allen aufgeführten Anwendungen die geringe Rautiefe, die vor allem auf den Linienabstand von nur 4 mm zurückzuführen ist. Durch derartige Sonderanfertigungen können Fräsmaschinenbetreiber sich hervorragend als Dienstleister für ausgewählte Spezialanwendungen etablieren und erreichen gleichzeitig eine höhere Auslastung ihrer Kaltfräsen.

Die Microfeinfräswalze mit einer Arbeitsbreite von 2 m ist mit 1008 Meißeln bestückt. Der Linienabstand beträgt lediglich 4 mm, so dass diese Walze Flächen mit extrem geringer Rautiefe und feiner Oberflächentextur erzeugt.

Die Microfeinfräswalze mit einer Arbeitsbreite von 2 m ist mit 1008 Meißeln bestückt. Der Linienabstand beträgt lediglich 4 mm, so dass diese Walze Flächen mit extrem geringer Rautiefe und feiner Oberflächentextur erzeugt.

FCS bietet Flexibilität durch schnellen Walzenwechsel

Für Fräsdienstleister wie den Fräsdienst Enrico Feind, der mit unterschiedlichen Serien- und Sonderfräswalzen aus dem Programm von Wirtgen arbeitet, ist es besonders wichtig, die Fräswalzen schnell wechseln zu können. Das FCS von Wirtgen macht genau dieses möglich. Dieses System gibt es in mehreren Varianten; die W 2000 von der Firma Feind ist z.B. mit dem „FCS light“ ausgestattet. Dank dieses Systems benötigen die Werkstatt-Techniker für einen kompletten Wechsel der Fräswalze nur etwa 2 Stunden. Dieser Praxisvorteil kam auch im Zusammenhang mit dem Feinfräsprojekt in Tegel zum Tragen, denn am Tag nach dem Einsatz in Berlin fräste genau diese W 2000 mit einer Standard-Fräswalze eine beschädigte Fahrbahn 30 cm tief aus.

Mittelklassefräse W 1200 F fräst Deckschicht ab

Während die W 2000 bereits an einer neuen Baustelle arbeitete, fräste eine weitere Wirtgen-Fräse aus der Flotte von Feind, die W 1200 F mit 1,20 m Fräsbreite, die freigelegte Deckschicht in einer Tiefe von 5 cm aus. Das dabei angefallene Fräsgut wurde auf Lkw verladen und dem normalen Recyclingkreislauf zugeführt. Später erfolgte der Einbau des Asphalts und der abschließende Überzug der sanierten Flächen mit neuem Anti-Skid-Belag.

Der dünne Fräsgutstrom aus dem Abwurfband weist auf die geringe Frästiefe hin. In diesem Fall war die geringe Frästiefe bares Geld wert, denn so konnte der Anti-Skid-Belag komplett entfernt und dabei das Volumen des Sondermülls minimal gehalten werden.

Der dünne Fräsgutstrom aus dem Abwurfband weist auf die geringe Frästiefe hin. In diesem Fall war die geringe Frästiefe bares Geld wert, denn so konnte der Anti-Skid-Belag komplett entfernt und dabei das Volumen des Sondermülls minimal gehalten werden.

Gute Manövrierfähigkeit macht sich bezahlt

Um die über 100 Teilflächen auf der gut 3 km langen Start- und Landebahn zu fräsen, mussten beide Wirtgen-Kaltfräsen häufig umsetzen, manövrieren und rangieren. Zudem war es wichtig, beim Arbeiten mit der Microfeinfräswalze den vorgegebenen Ansatzpunkt jedes Mal exakt zu treffen, und im zweiten Arbeitsschritt mit der W 1200 F genau auf der vorbereiteten Fräskante anzusetzen. Bei diesen Arbeiten machte sich die feinfühlige Allkettenlenkung der beiden Maschinen bezahlt. Merkmale wie die Lenkung der W 2000 per Joystick, das Fahren im Hundegang, die einfache Handhabung beim Rangieren und die stufenlose Geschwindigkeitsregelung ermöglichten ein schnelles Umsetzen der Maschinen und eine präzise Ausführung der Arbeiten.

Schnell und kostenminimal

Das Feinfräsen der insgesamt knapp 5.000 qm hat nur einen Arbeitstag in Anspruch genommen; damit entsprach der Fräsdienst Enrico Feind der knappen Zeitvorgabe des Auftraggebers. Zudem bewirkte die geringe Frästiefe, mit der die Microfeinfräswalze arbeitete, eine Minimierung der Kosten für die Entsorgung des Anti-Skid-Belags.

Medien Presse

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