Wirtgen Group Technologien beim Bau der „Siebenbürgenautobahn” A3 in Rumänien

Infrastrukturprojekt A3 soll Bukarest mit Ungarn verbinden

Im Jahr 2004 fiel der Startschuss für den Bau der A3 – der Siebenbürgenautobahn –, die nach Fertigstellung auf einer Länge von 588 Kilometern quer durch Rumänien führen und Bukarest mit der ungarischen Grenze verbinden soll.

Die Trasse führt von Bukarest über Ploieşti, Braşov (Kronstadt), Sighişoara (Schäßburg), Târgu Mureş (Neumarkt am Mieresch), Cluj-Napoca (Klausenburg), Zalau (Zillenmarkt) und Oradea (Großwardein) zur ungarischen Grenze und soll dort an die ungarische Autobahn M4 anschließen. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant.

Wirtgen Group Technologien für den Bauabschnitt Bukarest - Ploieşti

Die 62 Kilometer lange Teilstrecke von Bukarest nach Ploieşti wurde etwa hälftig an zwei unterschiedliche Konsortien vergeben: Impressa Pizzarotti / Tirrena Scavi für den Bereich Bukarest – Moara Vlăsiei und Spedition UMB /Pa&Co International / Euroconstruct’98/Com-Axa für den Bereich Moara Vlăsiei – Ploieşti.

Spedition UMB gehört zur UMB Grup von Dorinel Umbrarescu – dem „Asphalt King” – und verließ sich als Generalunternehmer in allen Baustufen – vom Fundament über Bodenstabilisierung, Asphaltierung und Verdichtung bis zur Ausführung der angrenzenden Betonflächen wie Wasserrinnen und Bordsteine – auf die technologischen Lösungen der Wirtgen Group. Insgesamt wurden 35 Maschinen aus der Wirtgen Group für den Bau der A3 eingesetzt, davon allein zwanzig Maschinen auf dem letzten Bauabschnitt von Kilometer 48 bis 62.

Erfahrung aus Tirschenreuth für das Fundament: HCQ und Hammtronic

Für das Fundament wurden sechs Hamm-Walzen vom Typ 3520 eingesetzt, Vibrationswalzen¬züge mit einem Gewicht von 20 Tonnen, die – versetzt fahrend – in zwei Dreiergruppen den Boden verdichteten. Ausgestattet waren die Walzen zum einen mit dem HCQ Verdichtungsmesser, der bereits während der Arbeiten den Verdichtungsgrad prüft und sofort Aufschluss über eventuell notwendige Korrekturen gibt.

Außerdem verfügten alle Walzen über die Mikroprozessorsteuerung Hammtronic. Diese intelligente Technologie optimiert die Maschinenfunktionen und sorgt dadurch für einen ökonomischen Einsatz der Betriebsstoffe, ein optimales Walzergebnis und höchste Sicherheit. Die Hammtronic überwacht sämtliche Motor- und Fahrzeugfunktionen, insbesondere Fahrantrieb, Vibration, Oszillation und Motordrehzahl so, dass die Produktivität gesteigert, der Kraftstoffverbrauch aber gleichzeitig um 30 – 40 % reduziert werden konnte.

Einige der Walzen konnten darüberhinaus aufgrund ihrer VIO-Bandagen durch einfache Betätigung eines Schalters sogar während der Fahrt von Vibration auf Oszillation umschalten.

Hamm-Walzen 3520 mit HCQ-Verdichtungsmesser und Hammtronic verdichten das Fundament der A3.

HAMM-Walzen 3520 mit HCQ-Verdichtungsmesser und Hammtronic verdichten das Fundament der A3.

Zuverlässigkeit zählt bei der Bodenstabilisierung

Die Bodenstabilisierung erfolgte in-situ durch einen Zug aus Bindemittelstreuer SW 16 TA, Wirtgen Recycler WR 2500 S und Hamm-Walze 3518 mit einem Betriebsgewicht von 18 Tonnen. Zunächst bringt der Bindemittelsteuer das Bindemittel in der gemäß den Bodenproben festgelegten Zusammensetzung und exakten Streumenge auf.

Nun verarbeitet der Wirtgen WR 2500 S den Boden mit dem Bindemittel sowie Zement und Wasser aus dem angeschlossenen Tankwagen zu einem homogenen, tragfähigen Gemisch. Durch das Einarbeiten der Bindemittel wird der Wassergehalt im Boden reduziert und damit Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragfähigkeit deutlich erhöht.

Je nach den Bedingungen vor Ort kann der Zug Böden unter Zugabe von 2 – 5 % Bindemittel in einer Breite von 2,5 m mit einer Maximaltiefe von 50 cm bis zu 25 m/min stabilisieren. Charakteristisch für den Wirtgen WR 2500 S ist, dass der Fräs- und Mischrotor nicht nur vier Schnittgeschwindigkeiten ermöglicht, sondern auch ohne Umbau im Gleich- und Gegenlauf fräsen kann, wodurch eine präzise Kontrolle des granulierten Endmaterials ermöglicht wird.

Der so vorbereitete Boden wurde dann in zwei bis drei Durchgängen vorverdichtet und schließlich durch eine Hamm Walze 3518 mit Oszillation und dem HCQ-System zur Verdichtungskontrolle abschließend endverdichtet.

Bodenstabilisierung in-situ durch einen Zug aus Bindemittelstreuer SW 16 TA, Wirtgen Recycler WR 2500 S und Hamm-Walze 3518 garantiert die benötigte, hohe Tragfähigkeit des Bodens.

Bodenstabilisierung in-situ durch einen Zug aus Bindemittelstreuer SW 16 TA, Wirtgen Recycler WR 2500 S und HAMM-Walze 3518 garantiert die benötigte, hohe Tragfähigkeit des Bodens.

Die Lösung für den optimalen Asphalteinbau: Vögele-Fertiger mit NIVELTRONIC Plus und Big-MultiPlex-Ski

Für die Asphaltierung nutzt das Unternehmen UMB Spedition zwei Vögele Fertiger: einen Vögele Super 1900-2 mit Bohle AB 600-2 TV (Arbeitsbreite 7,5 m) und einen Vögele Super 2100-2 mit gleicher Bohle allerdings ausgezogen auf eine Maximalbreite von 9 Metern.

Die Egalisierung der ersten Asphaltschicht erfolgte mit Hilfe der Vögele Niveltronic Plus. Mit dieser Nivellierautomatik lässt sich die Einbauhöhe über die gesamte Strecke durch Abtasten einer festgelegten Referenzhöhe genau regulieren, so dass die geforderte Sollhöhe exakt erreicht wird – unabhängig vom jeweiligen Höhenniveau des Untergrundes.

In den weiteren Ausbauschichten kam zusätzlich ein Big-MultiPlex-Ski zum Einsatz. Die virtuelle Abtastung mit drei Ultraschall-Sensoren erübrigte die Anbringung von Leitdrähten und ersparte dadurch sowohl die regelmäßige Versetzung der Leitdrähte als auch Probleme aufgrund falscher Standortwahl.

Die Lösung für den optimalen Asphalteinbau: Vögele-Fertiger mit NIVELTRONIC Plus und Big-MultiPlex-Ski sorgt für perfekte Ebenheit.

Die Lösung für den optimalen Asphalteinbau: VÖGELE-Fertiger mit NIVELTRONIC Plus und Big-MultiPlex-Ski sorgt für perfekte Ebenheit.

Für die Endverdichtung sind Hamm Walzen erste Wahl

Für die abschließende Verdichtung (vom Minimalwert 85 % bis auf letztendlich 98 %) wurden mehrere Hamm Gummiradwalzen GRW 15 (Betriebsgewicht 12 Tonnen, Maximalgewicht 24 Tonnen) und Tandem-Oszillationswalzen DV 90 VV mit einem Betriebsgewicht von 9,6 Tonnen eingesetzt.

Die GRW 15 war zusätzlich zur Standardausstattung mit isothermischen Schürzen und Reifenheizung versehen, die u. a. das Ankleben von Bitumen verhindern.

Die Oszillationswalze DV 90 VV mit dem intelligenten Managementsystem Hammtronic zeichnet sich durch ein elektronisches Regulierungssystem aus, das stufenlos die Geschwindigkeit und die Schwingungsfrequenz an die zu verdichtende Fläche anpasst. Außerdem verfügt sie über eine Panoramakabine, in der sich Sitz und Kontroll-Cockpit per Automatik um 360° drehen lassen, so dass der Fahrer immer in Fahrtrichtung sitzen kann.

Mit zwei versetzt fahrenden DV 90 VV wurde die Breite der in einem Durchgang verdichteten Fläche von 1.680 mm auf 2.990 mm erhöht.

Der SP 250 – ein Wirtgen Multitalent für den Betoneinbau

Für die Ausführung der angrenzenden Betonflächen (Kanäle, Wasserrinnen, Bordsteine) nutzte UMB Spedition ein Multitalent der Wirtgen Group – einen Gleitschalungsfertiger vom Typ Wirtgen SP 250 mit Multifunktionskonfiguration und flexiblen Einsatzmöglichkeiten für alle Baustellenzwecke. Der Gleitschalungsfertiger kann mit vier oder alternativ drei Fahrwerken sowohl im Offset- als auch im Inset-Betrieb mit einer Vielzahl von Schalungen fester oder variabler Größe betrieben werden.

In der konkreten Anwendung hatte die Firma UMB Spedition die Konfiguration so angepasst, dass sowohl die Sand-Trägerschicht als auch der Beton durch den SP 250 in das Profil eingebracht werden konnten. Das führte zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung sowie einem qualitativ hochwertigen Kanalprofil.

Für den Einbau von Wasserrinnen im Mittelstreifen der Autobahn und an Brückenrampen setzte UMB Spedition eine Wirtgen Fräse W 100 F mit einer Fräsbreite von 1 m, Frontladeband und Rädern ein, die einen Kanal von 300 mm Tiefe und 1.000 mm Breite ausfräste. Die Fertigstellung der Rinnen übernahm dann wieder der SP 250 mit dem Einbau einer Sand-Unterschicht sowie der Beton-Oberschicht.

Nach Fertigstellung ist auf der neuen, zweispurigen A3 eine Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h erlaubt.

Medien Presse

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Ansprechpartner

WIRTGEN GROUP
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Michaela Adams / Mario Linnemann
Reinhard-Wirtgen-Str. 2
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Tel. +49 2645 131 4510
http://www.wirtgen-group.de

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