Top-Präzision ganz ohne Leitdraht: Wirtgen Gleitschalungsfertiger SP 25i mit AutoPilot Field Rover

Bisher mussten für den Bau von Betonprofilen immer Leitdrähte teuer und zeitaufwändig aufgebaut werden. Sie störten während des Einbaus und mussten nach Projektende abgebaut werden. Das muss nun nicht mehr sein, denn der AutoPilot von Wirtgen mit Field Rover läutet ein neues Zeitalter ein. Das satellitengestützte Navigationssystem steuert Lenkung und Querneigung des Gleitschalungsfertigers vollautomatisch – ohne die aufwändige Erstellung eines digitalen Geländemodells.

Wirtgen AutoPilot Field Rover erhält bauma Innovationspreis 2013

Der AutoPilot Field Rover ist seit Anfang des Jahres auf dem Markt und wurde jetzt mit dem bauma Innovationspreis 2013 ausgezeichnet. Wirtgen bietet diese neue Technologie an für die Gleitschalungsfertiger SP 15 und SP 15i sowie SP 25 und SP 25i. Auch eine Nachrüstung an diesen Maschinen ist möglich. „Diese Gleitschalungsfertiger eignen sich hervorragend für den Offset-Einbau monolithischer Profile oder den Bau schmaler Fahrbahndecken. Und genau das sind ideale Aufgaben für den AutoPiloten“, erklärt Martin Datzert, Vertriebs- und Anwendungsspezialist für Gleitschalungsfertiger der Wirtgen Windhagen Vertriebs- und Service GmbH. Er kennt die Möglichkeiten des Systems, denn er begleitete zusammen mit dem Entwickler-Team der Wirtgen GmbH zahlreiche Baustellen, auf denen AutoPilot und Field Rover unmittelbar vor der Markteinführung im Einsatz waren. Die folgenden beiden Beispiele zeigen: Der leitdrahtlose Einbau funktioniert auch bei unterschiedlichsten Randbedingungen. Das Spektrum reicht von der drei Meter breiten Fahrbahndecke für einen Radweg bis zur Betonschutzwand auf einer Autobahn.

Der AutoPilot Field Rover wurde mit dem bauma Innovationspreis in der Kategorie „Komponente“ ausgezeichnet. Die Jury lobt den Field Rover als zukunftsweisende Entwicklung für den Straßenbau.

Der AutoPilot Field Rover wurde mit dem bauma Innovationspreis in der Kategorie „Komponente“ ausgezeichnet. Die Jury lobt den Field Rover als zukunftsweisende Entwicklung für den Straßenbau.

3.500 Meter Perfektion ohne Leitdraht

Die Dortmunder VSB infra GmbH & Co. KG kaufte im Februar 2013 als erstes deutsches Unternehmen einen SP 25i mit AutoPilot. Geschäftsführer Kay Petersen und sein Team haben die neue Technologie im Vorfeld auf Herz und Nieren geprüft, unter anderem beim Bau einer 3,5 Kilometer langen Betonschutzwand auf der Autobahn A7 bei Bockenem. Die 90 Zentimeter hohe Wand mit Step-Profil entstand parallel zur neuen Fahrbahndecke. VSB infra verzichtete dabei komplett auf Leitdrähte.

Stattdessen hat Bauleiter Thorsten Kräutner wenige Tage vor Baubeginn mit dem Field Rover Messpunkte im Abstand von 20 Metern aufgenommen. „Das funktioniert ganz einfach: Wie bei Vermessungen üblich, geht man die Strecke, auf der das Bauwerk entstehen soll, mit dem Lotstab ab. Dabei definiert man einzelne Messpunkte. Die Software im Field Rover berechnet daraus den Verlauf der Referenzlinie – sozusagen den virtuellen Leitdraht. Auf diese Weise erstellt der Benutzer ganz unkompliziert mit dem Field Rover sein eigenes digitales Geländemodell“, erklärt Gleitschalungsfertiger-Spezialist Datzert, der Ansprechpartner für den Vertrieb der Betonfertiger in Deutschland ist.

„Die aufgenommenen Daten kann man über ein Display am Field Rover anschauen und gegebenenfalls nochmals editieren“, ergänzt der Entwickler und Vermessungsingenieur Matthias Fritz von der Wirtgen GmbH. „Ist alles perfekt, überträgt man die Daten per USB-Stick vom Field Rover auf den Gleitschalungsfertiger.“ Bei Arbeitsbeginn fährt der Wirtgen Gleitschalungsfertiger automatisch zum definierten Ausgangspunkt und arbeitet von dort die Referenzlinie millimetergenau ab.

Enorme Zeitersparnis

„Der große Vorteil dieser Methode: Der Leitdraht ist weg und behindert die Mannschaft rund um den Fertiger nicht mehr. Und auch die Fahrmischer gewinnen zusätzlichen Raum zum Rangieren. Das ist eine riesige Arbeitserleichterung und wir sind dadurch schneller“, erinnert sich Dipl.-Ing. Petersen an die ersten Erfahrungen mit dem neuen System. Für ihn sind aber noch andere Aspekte relevant: „Die Zeit für das Setzen der Drähte entfällt. Das macht sich vor allem bei Radien, zum Beispiel in Kreisverkehren, bemerkbar. Die Aufnahme der Punkte mit dem Field Rover ist im Handumdrehen erledigt – anders als bisher, wo die Vermessung und das Setzen der Drähte bisweilen genauso viel Zeit erforderte wie der Einbau.“ Besonders schnell geht die Datenaufnahme übrigens, wenn das Betonprofil an bestehende Fahrbahnränder angebaut werden soll. Dann kann der Benutzer vor Ort innerhalb von Minuten die Daten erfassen und an den Fertiger übertragen.

Stolperfallen ade

Die Böhling Bauunternehmen GmbH aus dem norddeutschen Friedeburg setzte das System in Bosse am Südrand der Lüneburger Heide ein. Hier entstand ein drei Meter breiter Deichweg entlang des Flüsschens Aller mit verschiedenen Steigungen, Kurven mit leichten Überhöhungen und langen Geraden. Einen Tag vor Baubeginn ging der Wirtgen-Spezialist Matthias Fritz gemeinsam mit Franck Alberts, Polier bei Böhling, das Planum ab und nahm mit dem Field Rover auf der zwei Kilometer langen Strecke rund 60 Messpunkte auf. „Eine gewisse Vorbereitungszeit ist auch beim Field Rover nötig, aber sie ist erheblich geringer und weniger personalintensiv als alle anderen Methoden, die es gibt“, weiß Martin Datzert.

Kein Leitdraht störte beim Bau dieser Betonschutzwand. Die Einbaumannschaft von VSB infra freute sich über die gewonnene Bewegungsfreiheit ebenso wie die Fahrer der Fahrmischer – sie können ohne Draht wesentlich besser vor dem Fertiger rangieren.

Kein Leitdraht störte beim Bau dieser Betonschutzwand. Die Einbaumannschaft von VSB infra freute sich über die gewonnene Bewegungsfreiheit ebenso wie die Fahrer der Fahrmischer – sie können ohne Draht wesentlich besser vor dem Fertiger rangieren.

Sobald die Daten auf den Fertiger übertragen sind und der SP 25i das Betonprofil einbaut, gleicht er ständig die aktuelle Position mit den Solldaten ab. Über eine Referenzstation, die am Rande der Baustelle aufgebaut ist, empfängt der Fertiger ein DGPS-Signal, das mit einer Genauigkeit von einem Zentimeter in der Lage sehr präzise ist. Aus den Differenzen zwischen Soll- und Ist-Daten generiert die Steuerung des Fertigers die Signale für die Lenkung. Der Fahrer muss hier nicht mehr eingreifen.

Bau eines Radweges in Bosse in der Lüneburger Heide: Auch Kurven mit engen Radien sind mit dem Wirtgen-AutoPilot ohne Leitdraht möglich.

Bau eines Radweges in Bosse in der Lüneburger Heide: Auch Kurven mit engen Radien sind mit dem Wirtgen-AutoPilot ohne Leitdraht möglich.

Diesem Prinzip folgend hat der AutoPilot auch die Steuerung von Lenkung und Querneigung auf der Baustelle in Bosse übernommen – selbst in den Kurven. Maschinenbediener Torsten Fabricius hatte über das Display die Position und die aktuellen Parameter immer im Blick, konnte sich aber ganz auf die Abstimmung mit dem Fahrmischer und den Kollegen am Boden konzentrieren. Die wiederum freuten sich über die leitdrahtlose Arbeit ebenso wie die Fahrer auf den Mischern.

Über das separate Display kann der Maschinenfahrer jederzeit den Status des AutoPiloten sehen.

Über das separate Display kann der Maschinenfahrer jederzeit den Status des AutoPiloten sehen.

Sensoren für die Höheneinstellung

Während der AutoPilot lenkt, wird die Höheneinstellung über einen zusätzlichen Sensor geregelt. Das kann je nach Beschaffenheit des Untergrundes und der Topografie vor Ort ein Ultraschallsensor oder ein Schlittschuhtaster, ein Laserempfänger oder eine Totalstation sein. Auf der Deichweg-Baustelle wurde ein Lasersensor verwendet. Anders auf der Autobahn-Baustelle: VSB infra tastete mit einem Ultraschallsensor die neue Fahrbahndecke ab – eine ideale Referenz.

Beim Bau des drei Meter breiten Deichweges durch die Böhling Bauunternehmung GmbH lenkte der AutoPilot den SP 25i von Wirtgen. Die Höhensteuerung wurde über einen Lasersender mit entsprechendem Empfänger am Fertiger realisiert.

Beim Bau des drei Meter breiten Deichweges durch die Böhling Bauunternehmung GmbH lenkte der AutoPilot den SP 25i von Wirtgen. Die Höhensteuerung wurde über einen Lasersender mit entsprechendem Empfänger am Fertiger realisiert.

Neue Fertigergeneration begeistert

Beim Test des AutoPiloten bildeten sich VSB infra GmbH & Co. KG und die Böhling Bauunternehmen GmbH auch ein Urteil über den neuen SP 25i. Geschäftsführer Egon Böhling lobte insbesondere die neue, sehr präzise Lenkung und die vielen durchdachten Details. Geschäftsführer Kay Petersen war begeistert vom Bedienkomfort des Gleitschalungsfertigers, seiner hohen Transport- und Umsetzgeschwindigkeit und dem sparsamen Motorkonzept. Unter anderem deshalb hat er sich nach den Tests sofort für den Kauf einer Maschine entschieden. Damit ist VSB infra das erste Unternehmen in Deutschland, das den AutoPiloten nutzt, denn, so Petersen: „Das System hat mich zu 100 Prozent überzeugt.“

Anlässlich des Maschinenkaufs haben Wirtgen Trainer die gesamte Einbaumannschaft von VSB infra zum Thema AutoPilot geschult. Kay Petersen weiß warum: „Nicht nur die Bauleiter, die später die Daten mit dem Field Rover aufnehmen, müssen das System kennen. Auch die Poliere und Maschinisten müssen wissen, wie der AutoPilot funktioniert und was er kann. Ist das gegeben, können wir alle wirtschaftlichen Vorteile nutzen und optimale Qualität produzieren.“

Medien Presse

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