Rekordverdächtige Rennstrecken-Sanierung

Maximale Ebenheit – das ist eine der wichtigsten Eigenschaften einer guten Rennstrecke. Ein hervorragendes Beispiel dafür findet man seit kurzem im weltbekannten tschechischen Autodrom Brno, wo David Coulthard und Valentino Rossi schon für Bestzeiten sorgten.

Weil die Qualität der Fahrbahn nach der Saison 2007 die hohen Anforderungen der Weltklasse-Motorsportler nicht mehr erfüllte, gingen die Kaltrecycler und Fertiger aus der Wirtgen Group im März und April 2008 an den Start, um den anspruchsvollen Rundkurs in rekordverdächtiger Zeit zu sanieren.

Mit knapp 1.200 PS auf die Rennstrecke

Top-Speed war notwendig, weil aufgrund der Witterung bis in den März keine Arbeiten möglich waren. Das erste Rennen war aber für Mitte Mai terminiert – es standen also gerade mal sechs Wochen zur Verfügung für die Sanierung der 15 Meter breiten und 5,4 Kilometer langen Strecke. Der „Faktor Bauzeit“ war deshalb auch ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für den Einsatz eines Kaltrecyclers vom Typ WR 4200. „Das Kaltrecycling in situ ist oft die schnellste und wirtschaftlichste Methode zur Herstellung einer neuen Tragschicht. Zudem ist man flexibel in der Gestaltung des Überbaus, der dann ausgezeichnet an die Verkehrsbelastung der Strecke angepasst werden kann“, erklärt Bauleiter Thomas Krause von der Kutter Spezialstraßenbau GmbH, warum hier das Kaltrecycling ausgewählt wurde. Bevor der Kaltrecyclingzug mit der Arbeit begann, hatten einige Wirtgen-Großfräsen die obersten 10 cm des alten Fahrbahnbelages entfernt. In einem zweiten Arbeitsgang wurde das restliche Asphaltpaket 15 cm tief granuliert und profiliert. Dann stellte der fabrikneue WR 4200 mit insgesamt 1.180 PS unter der Motorhaube seine Performance unter Beweis. Auf 3,80 bis 4,10 m Arbeitsbreite mischte der Kaltrecycler in vier Runden Emulsion, Wasser und den vorgestreuten Zement in das vorgefräste Asphaltpaket ein. Die Gewichtsanteile der Bindemittel wurden bei Eignungsprüfungen im Vorfeld festgelegt. Bauleiter Krause ist begeistert davon, dass er mit dem WR 4200 „ein enorm leistungsstarkes Gerät“ zur Verfügung hat. So konnten er und seine Mannschaft die neue Tragschicht – immerhin 80.000 m² – nach nur 15 Tagen an die Asphaltkolonne übergeben.

Vögele-Fertiger sorgen für perfekte Ebenheit

Im Gegensatz zum Recycler durften die Vögele-Fertiger – ein Super 1800-2, ein Super 2100 und ein Super 1900 – nur zwei Mal über die traumhaft gelegene Rennstrecke fahren: Auf die 6 cm starke Binderschicht bauten sie die 4 cm dicke Deckschicht ein. Dabei nutzte die Bauunternehmung Kirchhoff aus Leipzig Hochverdichtungsbohlen vom Typ AB 600 TP2. Die Hochverdichtung kam auch beim Einbau der Deckschicht zur Anwendung, hier jedoch mit vermindertem Pressleistendruck. Insgesamt blieb so trotz niedriger Außentemperaturen ein größtmögliches Zeitfenster für die Endverdichtung. Wie auf allen Rennstrecken hatte auch in Brünn die Ebenheit der Fahrbahndecke höchste Priorität. Die Anforderungen waren typisch für den Motorsport, aber extrem hoch im Vergleich zum normalen Straßenbau: Für die Binderschicht waren maximal 5 mm Abweichung auf 4 m erlaubt. Diese hohe Präzision wurde erzielt durch Drahtabtastung und Neigungsfühler bei den beiden äußeren Fertigern. Der mittlere Fertiger tastete mit Ultraschallfühlern die neu eingebaute Schicht ab. Beim Einbau der noch strenger spezifizierten Deckschicht nutzten die Raupenfertiger mit Erfolg die höchst präzise Niveltronic. Die Super-Fertiger realisierten diese hervorragende Einbauqualität in rekordverdächtigen 7 Tagen für die Binderschicht und weiteren 4 Tagen für die Deckschicht, so dass der frisch renovierte Rundkurs rechtzeitig zum Saisonbeginn „startklar“ war.

Die Baustelle: Autodrom Brno, Tschechien

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