Wirtgen Group Technologien schaffen Voraussetzungen für künftiges Wachstum

Umfangreiche Flughafensanierung auf dem Stewart International Airport nördlich von New York City

Nach einer umfangreichen Flughafensanierung und Terminalerweiterung, die bis 2017 beendet sein soll, wird für den Stewart International Airport im Hudson Valley, nördlich von New York City, und den dortigen Generalunternehmer nur noch der Himmel die Grenze sein.

Der Stewart International Airport liegt in der Nähe von Newburgh und New Windsor, N.Y., an der Kreuzung der New York State Thruways I-87 und I-84, knappe 100 km nördlich von New York City. Im Jahr 2011 wurden über 30.000 Flugmanöver verzeichnet. Im September 2013 machten ihn sein abgelegener Standort und die langen Landebahnen zum bevorzugten Flughafen für internationale Flüge, mit denen die Führer der Weltmächte zur 68. Generalversammlung der UN nach New York City anreisten.

Der Eigentümer, die Port Authority of New York and New Jersey, hat einen 10-Jahres-Plan mit einem Budget von rd. 500 Mio. US-$ aufgelegt, um den Flughafen zu modernisieren: beide Lande- und diverse Rollbahnen werden saniert und die Terminals erweitert.

Die Sanierung der Lande- und Rollbahnen, ein Projekt mit einem Volumen von etwa 143,5 Mio. US-$, wurde im Jahr 2013 an den Generalunter-nehmer Tutor Perini Corporation/ Intercounty Paving Associates LLC, ein Joint Venture, vergeben und soll bis Mai 2015 beendet sein. 2013 wurde mit dem ersten Abschnitt, dem Neubau des östlichen Endes der Lande-bahn 9/27 im Bereich der Kreuzung mit Landebahn 16/34, begonnen.

Hamm Tandemwalzen mit Glattmantelbandagen im Team mit Vögele VISION 5200-2 und SUPER 2100-2 Fertigern, einer Wirtgen W 250i Kaltfräse und einem Kleemann Brecher sanieren das Rollfeldes auf dem Stewart International Airport in der Nähe von Newburgh, N.Y.

260.000 Tonnen Asphalt

Schon in den letzten Monaten des Jahres 2013 setzte Intercounty alle vier Produktlinien der Wirtgen Group ein, um die Fahrbahnoberflächen zu sanieren und die Seitenstreifen der Landebahnen zu erweitern.

„Wir bauen auch eine neue Hochgeschwindigkeitsabzweigung, um die Flugzeuge schneller von der Landebahn zu bekommen,“ ergänzt Jim Egerter, der Koordinator für die Asphaltarbeiten bei Intercounty Paving Associates. 2013 wurden die obersten 2,5 cm der Landebahn abgefräst und mit einem polymer-gemischten Heißmix-Asphalt (HMA) in unterschiedlichen Stärken zum Ausgleich der welligen Oberflächen ersetzt. Die Mixtur ist eine Spezifikation der FAA (Federal Aviation Administration) und besteht vorwiegend aus Steinen mit 1 mm Durchmesser, einigen etwas größeren Steinen und 5 Prozent flüssigem Asphalt.

„In einem Bereich haben wir eine Höhe von 75 cm, in anderen Bereichen nur 7,5 cm,“ erläutert Egerter. Um für die neue Landebahn eine einheitliche Höhe zu erhalten, wurden alle Flächen auf -7,5 cm egalisiert und dann eine Deckschicht von 7,5 cm aufgebracht. „Die aufgebrachten Asphaltschichten werden eine Höhendifferenz von maximal 1,5 Prozent zur Mittellinie und bis zu 3 Prozent zum Seitenstreifen aufweisen.“ Der Asphalt hierfür wird in einer Asphaltmixanlage vor Ort hergestellt. Eine massive Herausforderung bei einmal 45.000 Tonnen, einmal 25.000 Tonnen, die jeweils innerhalb von 14 Tagen benötigt wurden.

Auf den Seitenstreifen wird der gleiche Asphaltmix aufgebracht, allerdings mit einem Warm-Asphaltmix-Anteil. Die 15 cm starke Unterschicht besteht aus Fräsmaterial von den Landebahnen, darauf kam eine 10 cm dicke Schicht aus Macadam (1,8 cm Steine mit PG 64-22 Öl), dann noch einmal eine 7,5 cm dicke Schicht Warm-Asphaltmix.

„Die mit Polymer behandelten Asphaltschichten waren steif und schwer zu platzieren“, erklärt Egerter. „Wir nutzten einen Vögele SUPER 2100-2 mit Hochverdichtungsbohle, um den Walzen Arbeit zu ersparen. Aufgebracht haben wir den Asphalt in 7,5 m Breite - so konnten wir in drei Bahnen à 2,5 m auf jeder Seite arbeiten. Die Bohle ist schwer genug, um auf voller Breite von 7,5 m verdichten zu können. Wir haben schon mit anderen Fertigern gearbeitet und hatten große Probleme, eine einheitliche Neigung auf dieser Breite sicher zu stellen. Den SUPER 2100-2 haben wir extra für dieses Projekt gekauft, weil wir die Wahl hatten, entweder einen Fertiger in einer Breite von 7,5 m zu nutzen, oder zwei Fertiger in Formation, auf jeweils 3,75 m“, sagt Egerter.

86 - 88 Prozent Verdichtung erreichte die Vögele Bohle TP2, danach waren drei Hamm Walzen an der Reihe: eine HD+ 140 HF, eine HD+ 120 HF und schließlich eine HD+ 140 VO für die Endverdichtung. Die Zielverdichtung lag bei 98 Prozent oder mehr auf der Fläche und 96 Prozent auf dem Anschlussstück.

Fräsarbeiten mit der neuen W 250i

Den Hauptanteil an den Fräsarbeiten übernahm eine der neuen Wirtgen
W 250i Kaltfräsen von Intercounty Paving, aber zeitweise arbeiteten auch 5 Wirtgen W 250 Kaltfräsen über einen Zeitraum von 17 Stunden parallel. Dies war möglich, weil man bereits Anfang 2013 den gesamten Maschinenpark von 10 Kaltfräsen auf eine reine Wirtgen Flotte umgestellt hatte. Zwei der Fräsen sind Standard W 250’er, die acht anderen sind W 250i, die der neuen Abgasnorm Tier 4-interim entsprechen. Vier Fräsen sind mit einem Fräswerk in halber Straßenbreite ausgestattet, die anderen sechs Maschinen in voller Straßenbreite.

Die große W 250i ist eine von acht neuen W 250i und zwei neuen W 250 Kaltfräsen, die Intercounty Paving Associates im Frühjahr 2013 kaufte.

Intercounty nutzt die Wirtgen W 250i auch zur Egalisierung von Asphalt-profilen. „Die langsame, stetige Bewegung bei hoher Fräsgeschwindig-keit ist der Schlüssel. Das Muster erzielen wir mit einer 18-mm Trommel in hoher Geschwindigkeit, d. h. bei 2100 Upm. Es ist ein langsamer Prozess, aber er führt zu einem glatten Muster. Es ist kein wirkliches Feinfräsen, aber viel glatter als es eine 18-mm Trommel normalerweise erreichen würde“, sagt Frank Lizza, Geschäftsführer von Intercounty Paving Associates.

Die neue Wirtgen W 250i bei der Profilierung der Landebahn-Unterschicht vor der Aufbringung der Oberschicht.

Kleemann Backenbrecher Mobirex MR 110 ZS zeigt seine Stärken

Aber nicht nur Maschinen von Wirtgen, Vögele und Hamm kamen auf dem Stewart International Airport zum Einsatz. Zeitweise zeigte auch ein mobiler Backenbrecker von Kleemann, ein Mobirex MR 110 ZS, seine Stärken in der Verarbeitung des Betonabbruches, der im Rahmen der Landebahnerweiterung anfiel.

Um den staatlichen Vorschriften zu entsprechen und die Bodenverluste zu ersetzen, die durch die Erweiterung der Landebahn anfielen, wurden alte, unbenutzte Betonflächen wieder in Grasboden umgewandelt. „Wir werden das recycelte Betonmaterial auch anstelle von Fräsmaterial für die neuen Roll- und Landebahnen benutzen. Deshalb haben wir es zerkleinert und gelagert“, erläutert Egerter.

Rundherum zufrieden

Joe LaPlaca, der Kaltfräsen-Koordinator bei Intercounty Paving, war besonders von den Einsparungsmöglichkeiten beim Spritverbrauch begeistert. „Wir bekamen unsere erste W 250 mit 2,20 m Schneidwalze und benutzten sie beim ersten Auftrag dieses Jahres für die Abtragung der Seitenstreifen, während wir für die Straßenfläche unsere bisherige Fräse mit einer Breite von 3,65 m nutzten“, sagt LaPlaca.

Im Vergleich zu unserer anderen 2,20 m Maschine konnten wir durchschnittliche Einsparungen von 70 Gallonen pro Nacht realisieren, das sind fast 50 Prozent.
Joe LaPlaca, Kaltfräsen-Koordinator, Intercounty Paving

Und Frank Lizza freut sich auch über die deutlich gesunkenen Material- und Personalkosten. „Durch den SUPER 2100-2 mit seiner 7,5 m breiten Bohle können wir die Landebahn in 6 Durchläufen mit einer einzigen Maschine asphaltieren und müssen nicht wie früher zwei Fertiger und zwei Crews einsetzen.“ Auch die Kosten für die Qualitätskontrolle verringert der SUPER 2100-2: „Er erspart uns die Hälfte der längsseitigen Anschlüsse im Projekt, und damit auch die Hälfte der Tests,“ sagte Lizza. „Der Kauf war eine gute Idee, sowohl im Hinblick auf die Qualitätskontrolle als auch auf Mannstunden. Obwohl der Fertiger teurer ist als andere Fertiger, ist es bei der Größe dieses Projektes (260.000 Tonnen im nächsten Jahr) dennoch realistisch“.

Mit der praxisgetesteten Maschinenflotte der Wirtgen Group ist Intercounty Paving nun gut gerüstet für neue Projekte in New York und überall im Nordosten. „Wir betrachten die Nutzung unserer neuen Maschinen hier als Training für künftige Projekte“, sagt Lizza.

Der 7,5 m breite SUPER 2100-2 ermöglicht Intercounty, die 45 m breiten Landebahnen in nur 6 Durchgängen zu asphaltieren

Wir werden auch künftig solche Projekte übernehmen, und diese Maschinen helfen uns dabei, unsere Arbeit zu perfektionieren. Außerdem werden sie dafür sorgen, dass wir unseren Platz unter den Besten in diesem Industriezweig halten können.
Franz Lizza, Geschäftsführer, Intercounty Paving Associates

Im WIRTGEN Stammwerk im rheinland-pfälzischen Windhagen entstehen markt- und technologieführende Produkte für die beiden Geschäftsfelder Road und Mineral Technologies. Mit innovativen, leistungsstarken und wirtschaftlichen Produkten und Technologien für das Kaltfräsen, die Bodenstabilisierung, das Kalt- und Heißrecycling, den Betoneinbau und das Surface Mining ist WIRTGEN Weltmarktführer im Straßenbau, der Straßeninstandsetzung sowie in der Gewinnung von Naturstein und Nutzmineralien.

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