Kaltfräsen tragen nahezu beliebige Materialien schichtweise und präzise mit der vorgegebenen Dicke ab. Dabei wird das Material granuliert.
Das Fräsgut, das beim Abtragen mit Kaltfräsen entsteht, ist ein hochwertiger Rohstoff, der zur Herstellung von neuem Asphaltmischgut in Heiß- oder Kaltmischanlagen verwendet wird. Kaltfräsen haben deshalb eine Schlüsselfunktion beim wirtschaftlichen Recycling von Straßenbaustoffen.
Das Fräsgut eignet sich außerdem bestens zur Wiederverwendung im Kanalbau, denn es lässt sich hervorragend verdichten und weist eine gute Tragfähigkeit auf. In diesem Fall verbleibt das Fräsgut an Ort und Stelle. Dadurch entfallen Kosten für Neumaterialien und deren Transport zur Baustelle.
Kaltfräsen können auf eng abgesteckten Baustellen arbeiten, während der Verkehr parallel dazu weiterläuft. Sie verursachen nur eine minimale Verkehrsbehinderung.
Sofort nach dem Fräsen kann ein neuer Fahrbahnbelag eingebaut werden. Dieses Verfahren nennt man auch "Mill and Fill". Es führt zu kurzen Bauzeiten und trägt zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei.
Eine Sonderform des Kaltfräsens ist die Oberflächenbehandlung, auch als Feinfräsen bekannt. Mit diesem höchst effizienten Verfahren können aus unebenen oder rutschigen Fahrbahnbelägen wieder griffige, ebene Straßen entstehen. Ebenso kann die Fahrbahn aufgeraut werden als Vorbereitung zum Einbau eines Dünnschichtbelages. Dadurch ergibt sich eine optimale Verzahnung mit dem Fahrbahnbelag.
In einem einzigen Übergang, bei dem oft nur wenige Millimeter abgetragen werden, verleihen die Kaltfräsen der Fahrbahnoberfläche die gewünschten Eigenschaften. Sofort danach kann die Fahrbahn an den Verkehr übergeben werden. Wirtschaftlicher geht‘s nicht!
Diese Verfahren finden meistens Anwendung auf Fahrbahndecken und Flughäfen, können aber auch auf anderen Verkehrsflächen oder Hallenböden äußerst wirtschaftlich angewendet werden.
Broschüre: Die Welt der Wirtgen Kaltfräsen