Wir sind nahe der drittgrößten belgischen Stadt, Charleroi, unweit von Brüssel. Es ist kurz vor 22 Uhr – im Umland der Stadt herrscht Dunkelheit. Doch nahe des Flughafens erhellen Lichter die Nacht: Unzählige Tieflader, beladen mit Wirtgen Kaltfräsen, Vögele Fertigern, Hamm Walzen und weiteren Baumaschinen, sowie Kehrwagen, Lkw und Begleitfahrzeuge haben sich vor einem Tor nahe der Start- und Landebahn aufgereiht. Gespannt beobachtet die versammelte Gruppe von Straßenbauprofis, wie der letzte Flieger für diesen Tag um 21:55 Uhr am Flughafen Charleroi landet. Wenige Minuten später erteilt der Tower die Freigabe – und sofort setzen sich alle in Bewegung.
Anlass für dieses Aufgebot an Baumaschinen zu ungewöhnlich später Stunde ist die Sanierung der 2,5 km langen Start- und Landebahn am Flughafen Brüssel-Charleroi-Süd. Für die Reparatur der Schäden in der Asphaltdecke gab es zwei Alternativen: Die Schließung der Start- und Landebahn für 7 – 10 Tage oder die Instandsetzung während der Nachtstunden. Die Fluggesellschaften vor Ort wollten und konnten den Betrieb nicht für über eine Woche einstellen. Also entschied sich die Betreibergesellschaft BSCA für die Sanierung während der Nacht.
Für den Asphalteinbau waren 6 Nächte vorgesehen; Nacht für Nacht wurde die Asphaltdecke der 48 m breiten Piste auf einer Länge von 460 m instand gesetzt. Das Zeitfenster für die Arbeiten war klar definiert: von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Während dieser 8 Stunden musste ein Teil des Belages abgefräst sowie 22.000 m2 neuer Asphalt eingebaut, verdichtet und mit Markierungen versehen werden.